6 wichtige Informationen zum TÜV (Hauptuntersuchung)

Dein Kfz-Sachverständiger Ingo Bessler Du bist auf der Suche nach Informationen zum TÜV an deinem Fahrzeug? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Beitrag geben mein Team und ich Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema „Hauptuntersuchung“.
Du hast weitere Fragen? Rufe uns jetzt an und profitiere von unserer kostenlosen Erstberatung: ☎ 06172 98 97 50 für Oberursel (Taunus) oder ☎ 06108 82 23 70 für Mühlheim am Main.


Und jetzt in aller Kürze…

Für den TÜV: Unsere 6 wichtigen Punkte

  1. Im Verwaltungsdeutsch heißt die TÜV-Prüfung auch “Hauptuntersuchung”.
  2. Die TÜV-Untersuchung muss für Gebrauchtwagen alle 24 Monate durchgeführt werden
  3. Die TÜV-Plakette (HU-Prüfplakette) kann auch bei geringen Mängel vergeben werden: Aber nur wenn der TÜV-Prüfer davon ausgehen kann, dass die Mängel umgehend behoben werden.
  4. Im Falle der Überschreitung der Frist zur turnusgemäßen Hauptuntersuchung drohen Punkte im Verkehrszentralregister und ein 20-prozentiger Aufschlag auf die Hauptuntersuchungsgebühr.
  5. Im Rahmen der Hauptuntersuchung wird aus Gründen des Umweltschutzes auch die Abgasuntersuchung (UMA) durchgeführt.

Was ist der TÜV und wann muss er durchgeführt werden?

Der TÜV (Hauptuntersuchung) stellt sicher, dass keine verkehrsuntauglichen und nicht vorschriftmäßigen Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen und dass gesetzliche Vorgaben zum Umweltschutz eingehalten werden. Diese Prüfung musst du in regelmäßigen Abständen selbstständig veranlassen. Für PKW und Anhänger bis 750kg gelten zwei Intervalle: Bei einer Erstzulassung (Neuwagen) muss die erste TÜV-Prüfung erst nach 36 Monaten vorgenommen werden. Handelt es sich bei deinem Auto um einen Gebrauchtwagen, musst du dein Auto alle 24 Monate beim TÜV vorführen.

Wo bekomme ich das TÜV-Siegel?

Die Hauptuntersuchung -so heißt der TÜV im Verwaltungsdeutsch- darf von Personen durchgeführt werden, die einer Technischen Prüfstelle angehören oder von Unternehmen, die einer amtlich anerkannten Überwachungsorganisation angeschlossen sind.

Die TÜ Taunus ist ein Partnerbüro der amtlich anerkannten Überwachungsorganisation TÜV Süd AutoPartner GmbH. Solltest du Bedenken haben, dass dein Auto nicht durch den TÜV kommt, könnten die folgenden Informationen für dich hilfreich sein.

Wie kommt mein Auto durch den TÜV?

Fragst du dich aktuell, ob dein Wagen die anstehende Hauptuntersuchung überstehen wird? Dann ist es sinnvoll, sich über den Umfang der Untersuchung zu informieren und sich gegebenenfalls mit entsprechenden Maßnahmen vorzubereiten.
Übrigens: Die TÜ Taunus rät dir, die Frist für die Hauptuntersuchung nicht verstreichen zu lassen. Der Gesetzgeber sieht in diesem Falle nämlich vor, dass das Fahrzeug dann umfangreicher geprüft und ein saftiger Aufschlag von 20% auf die eigentliche Prüfgebühr der Hauptuntersuchung erhoben werden muss.

Was wird beim TÜV an meinem Auto geprüft?

Die Hauptuntersuchung folgt einem gesetzlich vorgeschriebenen Ablauf und ist daher in allen Kfz-Prüfstellen gleich aufgebaut. Die folgende Auflistung ist zwar nicht abschließend; sie verschafft dir aber einen Überblick der Autoteile und Funktionen, die im Rahmen der Hauptuntersuchung für die Prüfingenieure von Interesse sind:

  1. Äußerliche Sichtkontrolle
    • Scheinwerfer
    • Windschutzscheibe
    • Außenspiegel
    • Beschädigungen
    • Profiltiefe der Autoreifen
    • Verbandskasten
    • Warndreieck
    • Warnweste
  2. Unter der Motorhaube
    • Batterie
    • Bremsflüssigkeit
    • Motor und Anbauteile
  3. Bei baulichen Veränderungen/Tuning: Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), Änderungsabnahme, Eintragung
  4. Probefahrt durch Kfz-Sachverständigen
    • Airbag
    • ABS
    • ESP
    • Geräuscheentwicklung
    • Stoßdämpfer
    • Tüchtigkeit der Bremsen
    • Lenkverhalten
  5. Wagen auf der Hebebühne oder Grube
    • Bremsbeläge
    • Achsen
    • Gelenke und Radaufhängungen
    • Flüssigkeitsverlust und Dichtungen
    • Rostfraß
    • Lichttest: Lichter, Rücklichter und Nummernschildbeleuchtung
  6. Bremsenprüfstand
    Überprüfung der Bremswirkung und Gleichmäßigkeit von Betriebsbremsanlage und Feststellbremse

Mein TÜV ist abgelaufen und ich habe die Frist überzogen

Grundsätzlich gilt: Die Hauptuntersuchung muss fristgerecht durchgeführt werden und wird mit Ablauf der vorgeschriebenen Frist teurer. Allein der Fahrzeughalter ist dafür verantwortlich, die Untersuchung unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen vornehmen zu lassen. Umso länger du wartest desto kostspieliger wird es für dich als Fahrzeughalter. Der Gesetzgeber verlangt nämlich für den Fall, dass du die Frist hast verstreichen lassen, einen Aufschlag von 20% auf die eigentliche Hauptuntersuchungs-Prüfgebühr.

Für Kraftfahrzeuge und Anhänger gelten folgende Zusatzkosten durch die Verfolgungsbehörden bei Verstreichen Lassen der Frist:

  • Zwei bis vier Monate: 15,00 €
  • Vier bis acht Monate: 25,00 €
  • Mehr als acht Monate: 60,00 € und ein Punkt im Zentralverkehrsregister (Flensburg)

Bei Fahrzeugen mit vorgeschriebener Sicherheitsprüfung gelten sogar strengere Sanktionen:

  • Zwei Monate und mehr: 15,00 €
  • Zwei bis vier Monate: 25,00 €
  • Vier bis acht Monate und mehr: 60,00 € und ein Punkt im Zentralverkehrsregister
  • Mehr als acht Monate: 75,00 € und ein Punkt im Zentralverkehrsregister

Für bereits geprüfte Fahrzeuge, die Mängel aufweisen gilt zudem: Gelingt es dir nicht, alle Mängel umgehend zu beseitigen und innerhalb von vier Wochen dein Fahrzeug der Prüfstelle erneut zu präsentieren, muss die Hauptuntersuchung erneut durchgeführt werden.

⚠ Achtung: In einigen Konstellationen kann durch ein fehlendes TÜV-Siegel der Versicherungsschutz entfallen; zum Beispiel wenn ein Auto-Unfall auf den technisch mangelhaften Zustand zurückzuführen ist. In diesem Falle hast du schlechte Karten und siehst dich mit Regressforderungen der Versicherung und einem langwierigen Gerichtsprozess konfrontiert. Deshalb solltest du die Fristen für die Hauptuntersuchung ernst nehmen und rechtzeitig aktiv werden.

Mein Auto ist durch den TÜV gekommen

Weist dein Fahrzeug keine oder geringe Mängel auf, erhältst du einen entsprechenden Prüfbericht. Im Fahrzeugschein bzw. in der Zulassungsbescheinigung Teil I wird dann mit einem Stempel und Namenszeichen die erfolgreiche Prüfung dokumentiert. Zudem erhält dein Heck-Kennzeichen das allseits bekannte TÜV-Siegel, das die erfolgreiche Prüfung für Außenstehende bekundet und zudem Auskunft über den Zeitpunkt der nächsten Hauptuntersuchung gibt.

Solltest du dein Fahrzeug in der Zukunft verkaufen wollen, ist es von Vorteil, die TÜV-Prüfberichte und -Unterlagen für den neuen Eigentümer bereitzuhalten. So kannst du nachweisen, dass es sich bei deinem Fahrzeug um ein verkehrstaugliches Auto handelt. Oftmals steigt für den potenziellen Käufer mit der lückenlosen TÜV-Dokumentation die Attraktivität deines Gebrauchtwagens.
Weiterhin ist es erforderlich, bei Ummeldungen des Fahrzeugs, die entsprechenden HU-Unterlagen vorzuzeigen.
Also ist es für dich als Fahrzeughalter von großer Wichtigkeit, die entsprechenden TÜV-Dokumente aufzubewahren. Lies im folgenden Absatz, worauf du achten solltest, wenn dein Fahrzeug die Hauptuntersuchung nicht erfolgreich besteht.

Mein Auto ist nicht durch den TÜV gekommen

Wurde deinem Fahrzeug nicht die HU-Plakette erteilt, empfehlen wir dir, wie folgt vorzugehen:

  1. Kostenvoranschlag bei mindestens zwei Werkstätten einholen
  2. Mängelbeseitigung rechtzeitig bei Werkstatt in Auftrag geben
  3. Fahrzeug innerhalb von vier Wochen bei der Kfz-Prüfstelle zur Nachprüfung erneut vorzeigen

Wurden an deinem Auto verkehrserhebliche Mängel oder Abweichungen von der Vorschriftmäßigkeit festgestellt, muss das Fahrzeug zwingend erneut vorgeführt werden. In der Zwischenzeit musst du dich sofort darum bemühen, die vom Prüfingenieur aufgelisteten Mängel umgehend fachgerecht beseitigen zu lassen.

In der Regel sind gängige Kfz-Werkstätten der erste Ansprechpartner. Lasse dir von mindestens zwei Werkstätten deines Vertrauens einen Kostenvoranschlag erstellen, damit du die Reparaturkosten im Blick hast. Erfahrungsgemäß haben Fahrzeughalter, die auf den letzten Drücker die Beseitigung der Mängel in Auftrag geben, höhere Kosten und können oftmals nicht alle Mängel beseitigen lassen. Außerdem bist du gemäß StVZO verpflichtet, die festgestellten Mängel umgehend beheben zu lassen.

Bei der sogenannten Nachprüfung oder Nachkontrolle werden nur die in der Mängelliste aufgeführten Mängel erneut geprüft. Sind diese behoben worden, steht der Erteilung des HU-Plakette nichts mehr im Wege.

Solltest du es unverhofft nicht schaffen, nach der Prüfung innerhalb einer Frist von vier Wochen dein Fahrzeug in mangelfreiem Zustand erneut zu präsentieren, muss eine erneute Hauptuntersuchung durchgeführt werden.

Im Wesentlichen wird dir die Prüfplakette verwehrt, wenn die Verkehrssicherheit deines Fahrzeugs nicht gewährleistet ist. Denn in diesem Falle ist dein Fahrzeug verkehrsunsicher.

Eine bereits angebrachte Prüfplakette wird dann entfernt und auf das Verbot hingewiesen, mit diesem Fahrzeug weiterhin am Straßenverkehr teilzunehmen. Mit dem Service der TÜ Taunus stehen dir Prüfingenieure zur Seite, die dir ausführlich und praktische Ratschläge geben, wie es um die Mängel deines Fahrzeugs steht.


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