Bei diesen Vergehen droht Dir ein Führerscheinentzug!

Ein Führerscheinentzug ist besonders ärgerlich, wenn Du beruflich auf den Fahrausweis angewiesen sind.

Wann wird die Strafe verhängt?

Verlust des Führerscheins: Fahrverbot und Führerscheinentzug
Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen einem Fahrverbot und dem Entzug der Fahrerlaubnis.

Wird gegen Dich ein Fahrverbot verhängt, dann verlierest Du Deinen Führerschein bis zu drei Monate. Du hast dann vier Monate Zeit, um den Führerschein abzugeben. Im Bußgeldbescheid wird Dir die zuständige Behörde beziehungsweise Polizeidienststelle genannt, bei der Du Deinen Führerschein aushändigen kannst.

Hier eine wichtige Info für Dich:
Du hast bei einem Fahrverbot nur dann vier Monate Zeit, Deinen Führerschein abzugeben, wenn Du nicht schon in den vergangenen zwei Jahren Deinen Führerschein verloren hast.

In der Zeit, in der für Dich das Fahrverbot gilt, darfst Du kein Fahrzeug führen. Wirst Du dabei erwischt, dann droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr, eine Geldstrafe oder der Entzug der Fahrerlaubnis.

Ein Entziehen der Fahrerlaubnis wird auch Führerscheinentzug genannt. Dabei musst Du das Führerschein-Dokument abgeben und Deine Fahrerlaubnis erlischt – das Dokument selbst wird vernichtet. Du darfst dann ein fahrerlaubnispflichtiges Kraftfahrzeug nicht mehr führen. Zusätzlich wird eine individuelle Sperrfrist verhängt. Wenn diese Frist abgelaufen ist, kannst Du den Führerschein neu beantragen. Dabei kann es einige Hürden geben. Beispielsweise kann es sein, dass Du eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren musst. Auch einen Sehtest oder einen Erste-Hilfe-Kurs musst Du eventuell hinter Dich bringen.

Wann für Dich Fahrverbot und Führerscheinentzug drohen
Ein häufiger Grund für ein Fahrverbot sind Tempoverstöße: Bist Du innerorts mit 31 km/h oder mehr zu schnell unterwegs oder außerorts mit 41 km/h oder mehr, ist der Führerschein erst einmal weg.

Alkohol am Steuer:
Auch Alkohol am Steuer ist einer der Gründe für ein Fahrverbot. In Deutschland gilt eine Grenze von 0,5 Promille. Das bedeutet: Fährst Du betrunken Auto und hast zwischen 0,5 und 1,09 Promille Alkohol im Blut, droht ein Fahrverbot. Ab einem Wert von 1,1 Promille gibst Du als fahruntauglich und es droht ein Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten.

Aber Vorsicht:
Auch wenn Du bereits mit 0,3 Promille unterwegs bist und Anzeichen von Fahruntüchtigkeit zeigst, kann Dir der Führerschein entzogen werden. Das gleiche gilt für betrunkene Radfahrer.

Auch eine überfahrene rote Ampel wird als schweres Verkehrsvergehen gewertet. Denn bei diesem sogenannten Rotlichtverstoß können andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Überholst Du trotz Überholverbot, kann das ebenfalls ein Fahrverbot für Dich nach sich ziehen. Begehst Du jedoch Fahrerflucht oder gefährdest beim betrunkenen Fahren andere, wird Dir die Fahrerlaubnis entzogen.

Führerscheinentzug durch Punkte in Flensburg
Es gibt jedoch auch viele geringere Vergehen, die nicht sofort zu einem Fahrverbot oder dem Verlust der Fahrerlaubnis führen. In solchen Fällen erhätlst Du neben möglichen Geldbußen zunächst Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg.

Summieren sich die Punkte auf acht, kommt es zur Entziehung der Fahrerlaubnis mit einer Sperre von mindestens sechs Monaten. Wer dann wieder fahren möchte, muss zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) und einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen. Mit der Zeit verfallen Punkte in Flensburg. Allerdings hängt die Verjährungsfrist von dem Verstoß ab, der Dir die Punkte eingebracht hat.

Wichtige Info: Ist Dein Punktekonto mit maximal fünf Punkten belastet, dann kannst Du mit der Teilnahme an Aufbauseminaren oder einer verkehrspsychologischen Beratung Punkte abbauen – und somit verhindern, dass Du Deinen Führerschein verlierst.

Wann droht Dir ein lebenslanger Führerscheinentzug:
In extremen Fällen kann Dir der Führerschein sogar lebenslang entzogen werden. Das geschieht selten und meist infolge von Straftaten.

Beispiele dafür sind:
Führerscheinsperrfristen werden missachtet
Der Fahrer ist ein notorischer Straftäter (Raser oder Drängler)
Wiederholte Trunkenheit am Steuer
Das Auto wird für Straftaten wie Überfälle verwendet
Der Fahrer reagiert aggressiv auf andere Verkehrsteilnehmer

Der lebenslange Führerscheinentzug kann auch medizinisch begründet sein. Bei einer starken Sehschwäche, einer geistigen Beeinträchtigung wie einer Depression oder Schizophrenie kann er verhängt werden.

Führerscheinentzug: Wie kannst Du die Sperrfrist verkürzen
Nach einem Führerscheinentzug beginnt auch die Sperrfrist, in der Du als Fahrer keine neue Fahrerlaubnis beantragen darfst. Gerade wenn Du beruflich auf die Fahrerlaubnis angewiesen bist, solltest Du eine Sperrfristverkürzung in Erwägung ziehen. Ein auf Verkehrsrecht spezialisierter Anwalt kann Dir dabei helfen. Ein Gericht entscheidet dann, ob die Sperre aufgehoben werden kann. Um die Chancen zu erhöhen, kannst Du an geeigneten Schulungsmaßnahmen teilnehmen.