10 wichtige Fakten zum E-Scooter

Im Juni 2019 hat der Bundesrat in Deutschland E-Scooter legalisiert. Seitdem sind die kleinen Flitzer auf zwei Rollen in aller Munde. Laut einer Umfrage des Versicherungsdienstleisters Swiss Life Direct können sich 36 % aller Deutschen vorstellen, innerhalb der kommenden drei Jahre einen solchen elektrischen Stehroller zu erwerben.

Damit Du weißt, was da im Straßenverkehr auf Dich zugerollt kommt, erzählen wir Dir etwas mehr zum Thema. Hier sind 10 wichtige Fakten zum E-Scooter:

Was ist eigentlich ein E-Scooter?

Unter einem E-Scooter versteht man einen elektrisch betriebenen Stehroller. Das heißt, das Grundgerüst erinnert an den Tretroller aus Kindheitstagen mit Lenkstange und Trittbrett. Jedoch verfügt ein E-Scooter zusätzlich über einen Elektroantrieb, durch diesen Du als  Fahrer ohne eigene Kraftaufwendung im Stehen fahren kannst.

Die Zulassung der Gefährte auf deutschen Straßen wurde am 15.06.2019 in der sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung geregelt. In anderen europäischen Großstädten ist der Trend bereits groß, da sich E-Scooter hervorragend für kurze Wege oder zur Stadterkundung eignen. Dafür musst Du Dir aber nicht zwingend einen eigenen Stehroller kaufen. Für Gelegenheitsfahrer und den Städtetourismus ist vor allem das Konzept von Sharing-Anbietern für E-Scooter interessant.

10 wichtige Fakten rund um den E-Scooter

Welche E-Scooter sind in Deutschland zugelassen?

In der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung wurden vom Bundesverkehrsministerium strenge Voraussetzungen festgelegt, die ein E-Scooter für die Nutzung im Straßenverkehr erfüllen muss. Darunter fallen alle Gefährte, die eine Lenk- bzw. Haltestange haben und mit Hilfe eines elektrischen Antriebs zwischen 6 und 20 km/h schnell unterwegs sind.

Zu den Voraussetzungen gehören:

  • Die Mindestgeschwindigkeit liegt bei 6 km/h und die Höchstgeschwindigkeit darf 20 km/h nicht überschreiten.
  • Der Elektro-Stehroller muss über eine Beleuchtung, bestehend aus Seitenreflektoren, Scheinwerfern, Rückstrahlern und Schlussleuchte, verfügen. Blinker sind hingegen nicht zwingend vorgeschrieben.
  • Die Nenndauerleistung eines E-Scooters darf 500 Watt nicht überschreiten.
  • Das Maximalgewicht liegt bei 55 kg. Die Höchstmaße liegen bei 2 m Länge, 70 cm Breite und 1,40 m Höhe.
  • Der elektronische Roller muss über zwei voneinander unabhängige Bremssysteme verfügen.
  • Der E-Scooter sollte, ähnlich wie bei der StVZO fürs Fahrrad, eine deutlich hörbare Glocke bzw. Klingel haben.

Wie lange kann man mit einem E-Scooter fahren?

Die Akkus von E-Scootern lassen sich über Steckdosen aufladen. Eine Ladung reicht, je nach Bauart des Rollers, für etwa 15 bis 30 Kilometer Fahrt.

Ab welchem Alter darf man E-Scooter fahren?

Jeder, der das 14. Lebensjahr vollendet hat, darf auf einem E-Scooter durch die Gegend rollen. Ein spezieller Führerschein für die Nutzung der Elektro-Roller ist nicht notwendig.

Wo darf man mit einem E-Scooter fahren?

Hier wird klar unterschieden, wo Du dich befindest. Gehwege, Fußgängerzonen sowie das Befahren von Einbahnstraßen entgegen der vorgeschriebenen Richtung sind generell für die E-Scooter tabu. Dafür darfst Du Fahrradstraßen, Radwege und Fahrradstreifen nutzen.

Sollten diese nicht vorhanden sein, so kannst Du innerhalb geschlossener Ortschaften auch auf verkehrsberuhigte Bereiche oder die Fahrbahn ausweichen. Außerhalb geschlossener Ortschaften sind Radwege, Seitenstreifen und falls nicht anders machbar, auch die Fahrbahn die möglichen Optionen für die Fortbewegung mit einem elektrischen Stehroller.

Auf privaten Grundstücken darfst Du Deinen E-Scooter nutzen, sofern der Eigentümer damit einverstanden ist.

Muss man beim Fahren mit dem E-Scooter einen Helm tragen?

Für E-Scooter besteht offiziell keine Helmpflicht. Prinzipiell bist Du aber natürlich mit Helm wesentlich sicherer im Straßenverkehr unterwegs, weshalb wir Dir das Tragen des Kopfschutzes empfehlen.

Kann ich den E-Scooter in Bus, Bahn oder Straßenbahn mitnehmen?

Beim öffentlichen Nahverkehr können unterschiedliche Regeln für die Mitnahme eines E-Scooters gelten. Allgemein hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) die Empfehlung ausgesprochen, dass elektrische Tretroller bei der Fahrt zuzulassen seien, solange sie sich zusammenklappen lassen und nicht zu schwer sind.

Die Deutsche Bahn hat sich beispielsweise daran orientiert und erlaubt den kostenlosen Transport von klappbaren E-Scootern als Handgepäck in ihren Fernzügen.

Darf man auf dem E-Scooter mit dem Handy telefonieren?

Das Telefonieren mit dem Handy ist auf dem Stehroller, so wie auch am Steuer eines Autos, verboten. Du darfst beim Fahren nur Anrufe tätigen, wenn Du dafür eine Freisprecheinrichtung nutzt, die Deine Hände nicht beansprucht.

Gibt es eine Promillegrenze für E-Scooter?

Für Fahrer von E-Scootern gelten dieselben Regeln, wie für Autofahrer. Das bedeutet, dass Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren nach dem Alkoholgenuss überhaupt nicht auf den Elektro-Roller steigen dürfen.

Bist Du älter als 21 und kein Führerschein-Neuling mehr, so begehst Du beim Fahren eines solchen Rollers ab 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit. Meistens wird diese mit 500 Euro Bußgeld, 2 Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot geahndet. Gefährdest Du den Verkehr oder andere Verkehrsteilnehmer bzw. liegt Dein Alkoholeinfluss noch höher, so kann das eine Geld- oder Freiheitsstrafe und den Entzug des Führerscheins nach sich ziehen.

Sind E-Scooter versicherungspflichtig?

Ein E-Scooter muss für die Nutzung im Straßenverkehr mit einem entsprechenden Haftpflichtschutz versichert sein. Diesen kannst Du anhand einer aufgeklebten Plakette mit Hologramm erkennen. Eine Versicherung kann nur abgeschlossen werden, wenn für den jeweiligen Rollertyp eine Zulassung und eine Betriebserlaubnis vorliegt. Der Preis für eine solche Versicherung liegt bei rund 30 Euro im Jahr.

Hinsichtlich der Allgemeinen Betriebserlaubnis stellen sich die Hersteller derzeit noch auf die gesetzlichen Vorgaben der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung ein. Es gibt aber bereits erste Modelle, die alle Kraftfahrtbundesamt beschlossenen Voraussetzungen erfüllen. Hast Du schon vor dem Beschluss der Verordnung einen E-Scooter erworben, so kannst Du Dich beim TÜV hinsichtlich der Beantragung einer Einzelbetriebserlaubnis erkundigen.

Sind E-Scooter gefährlich?

E-Scooter sind per se nicht gefährlich, der falsche Umgang mit ihnen kann es aber sein. Die Tatsache, dass es sich um ein völlig neues Gefährt im Straßenverkehr handelt, kann dazu führen, dass Verkehrsteilnehmer sowie die Rollerfahrer die elektrischen Stehroller falsch einschätzen.

Damit Du sicher mit dem E-Scooter unterwegs bist, solltest Du folgende Tipps beherzigen:

  • Auch wenn er nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, kann Dir ein Schutzhelm das Leben retten. Ob Schlagloch oder ein unaufmerksamer Autofahrer, mögliche Gefahren gibt es im Straßenverkehr zur Genüge.
  • Überschätze nicht Deine Fähigkeiten im Umgang mit dem E-Scooter, nur weil Du einen Führerschein hast und in Deiner Kindheit einmal Tretroller gefahren bist. Vor der ersten Fahrt mit einem elektrischen Stehroller solltest Du diesen in einem ruhigen Bereich zunächst ausgiebig testen und Dich an das Fahrgefühl gewöhnen.
  • Unterschätze nicht die Geschwindigkeit des Gefährts. Vermeide schnelle Lenkmanöver und abrupte Bremsungen, denn diese können zu Unfällen führen. Ebenso solltest Du Richtungswechsel, ähnlich wie beim Fahrradfahren, durch ein Handzeichen anzeigen.

Bist Du bereit für Deine entspannte und sichere Rollerfahrt durch die Stadt?

Wir wünschen Dir dabei viel Spaß!