Was Ihr beim Abschleppen beachten solltet!

Es kommt immer unverhofft. Dein Fahrzeug streikt und an ein Weiterfahren ist nicht zu denken. Wenn Ihr keinen professionellen Abschleppdienst in Anspruch nehmen möchtet, könnt Ihr Euch auch privat abschleppen lassen. Viele Von Euch sind jedoch unsicher, was beim privaten Abschleppen zulässig ist und was nicht.

Abschleppen gilt als Nothilfe

Abschleppen ist grundsätzlich nur im Notfall erlaubt, um Euer unterwegs betriebsunfähig gewordenes Fahrzeuge möglichst schnell aus dem Straßenverkehr zu entfernen. Achtung => Bei einem leeren Tank sieht die Straßenverkehrsordnung übrigens keinen unvorhersehbaren Notfall und damit auch keinen Grund fürs Abschleppen.

Eine Abschleppfahrt ist grundsätzlich nur bis zur nächstgelegenen Werkstatt erlaubt. Wenn Euer Fahrzeug auf der Autobahn liegen geblieben ist, dürft Ihr nur bis zur folgenden Ausfahrt abschleppen. Für Krafträder gilt ein ausnahmsloses Abschleppverbot.

Grundpflichten beim Abschleppen

Das Abschleppen erfordert grundsätzlich von allen Beteiligten eine erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit – in der Straßenverkehrsordnung ist von einer „erhöhten Sorgfalts-pflicht“ die Rede. Bei beiden Fahrzeugen muss während des gesamten Abschlepp-vorgangs die Warnblinkanlage eingeschaltet sein.

Nur, um durch Betätigung des Blinkers einen Richtungswechsel anzuzeigen, dürft Ihr den Warnblinker kurzzeitig ausschalten. Achtet bitte unbedingt darauf, dass beim Abschleppenden Fahrzeug die maximale Anhängelast nicht überschritten wird – das könnte sonst gravierende Schäden zur Folge haben.

 

Maximale Geschwindigkeit: 20 km/h

Auch wenn es keine gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit beim Abschleppen gibt, ergibt sich aus der Straßenverkehrszulassungsordnung ein Geschwindigkeitsgebot für Euch. Die SVZO schreibt nämlich vor, dass beim Abschleppen die beiden Fahrzeuge höchstens fünf Meter voneinander entfernt sein dürfen. Daraus ergibt sich für Euch, dass Euer Gespann mit nicht mehr als 20 km/h unterwegs sein sollte. Andernfalls könnte der hintere Fahrer auf ein abruptes Bremsen des Vordermanns nicht mehr rechtzeitig reagieren, und ein Auffahren wäre unvermeidlich. Apropos hinterer Fahrer. Dieser benötigt nicht zwingend eine Fahrerlaubnis für das abzuschleppende Fahrzeug. Er muss lediglich geistig und körperlich in der Lage sein, die Bedienung des Fahrzeugs zu beherrschen.

 

Richtiges Abschleppen

Zum Abschleppen benötigt ihr eine Stange oder ein Seil. Das Seil darf nicht länger als acht Meter sein und muss in der Mitte durch ein rotes Fähnchen kenntlich gemacht werden. Als optimale Länge gelten fünf Meter. Grundsätzlich darf die zulässige Zugkraft des abschleppenden Fahrzeugs nicht überschritten werden.

Beim Pannenauto müsst ihr den Gang heraus nehmen, bei Automatikgetrieben den Wählhebel auf „N“ stellen. Damit das Lenkradschloss nicht einrastet, muss der Zündschlüssel im Zündschloss bleiben.
Achtung

=> Wenn der Motor nicht läuft, ändert sich das Fahrverhalten Eures Fahrzeuges, denn die Lenkkraftunterstützung und der Bremskraftverstärker fallen ebenso aus, wie die Bremswirkung des Motors, also legt eine erhöhte Vorsicht an den Tag.