Power per Computer…

Die Aussicht ist schon verlockend! Dank neuster Software können dem Motor etliche Mehr-PS entlockt werden. Das geht schnell und ist vergleichsweise billig. Vor allem bei Dieselmotoren in der gehobenen Dienstwagenklasse erfreut sich solch ein Chip-Tuning großer Beliebtheit. Doch Ihr solltet wissen, was zu beachten ist.

Wer beispielsweise sein Auto least, sollte die Finger davon lassen. Ihr müsst auf jeden Fall bei der Leistungssteigerung neben der Eintragung beim TÜV auch die Versicherung über das Tuning informieren, denn praktisch jeder Motor besitzt eine gewisse Leistungsbandbreite. Die Hersteller nutzen dies oft, um etwas PS-stärkere Varianten Ihrer Fahrzeuge anbieten zu können. Auf diese schlummernden Leistungsreserven greifen ebenfalls Tuner gerne zurück. Die sogenannten Power Kits erhöhen Motorleistung und Höchstgeschwindigkeit, verschlechtern aber häufig das Abgas- und Geräuschverhalten des Fahrzeugs.

Das Problem:

Bei vielen Änderungen am Fahrzeug erlischt die Betriebserlaubnis, wenn der Umbau nicht vom TÜV begutachtet wurde. Deshalb empfehle ich Euch, vorher bei uns sachkundigen und neutralen Rat einzuholen. Wir erklären Euch was erlaubt ist und was nicht.

Das gilt besonders bei Leasingfahrzeugen, hier kann Chiptuning rasch in die Kategorie der unerlaubten Nutzung fallen.

Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt (12 U 137/13) begründet eine „herstellerfremde Leistungssteigerung eines Leasingfahrzeuges (sogenanntes Chiptuning) auch dann eine übermäßige, nicht vertragsgemäße Abnutzung der Leasingsache, wenn sie nur vorübergehend für einen nicht ganz unerheblichen Zeitraum im Gebrauch und bei der Rückgabe wieder aufgehoben war“. Ein möglicher Käufer des Fahrzeugs werde deshalb, wenn er hiervon Kenntnis habe, nur einen geringeren Kaufpreis zahlen oder das Fahrzeug eventuell überhaupt nicht erwerben, urteilten die Richter. In der Praxis würde das für Euch bedeuten, dass nach der Rechtsprechung – wenn überhaupt – nur leistungssteigernde Maßnahmen des Fahrzeugherstellers selbst erlaubt sind.

Bildquelle: pixabay / tookapic

Es bedarf also schon profunder Sachkenntnisse, um zwischen gesetzlichen Bestimmungen und individuellen Wünschen sicher zu navigieren. Damit Ihr im Falle des Falles keine bösen Überraschungen erlebt, sollten die Tuning-Freunde unter uns einen guten Draht zu ihrer Versicherung pflegen und auch die Police tunen.

Bedenkt bitte Folgendes:

Erhöht sich durch das Chiptuning die Leistung und somit die Betriebsgefahr des Fahrzeugs, wird die Meldung bei der Versicherung zur Pflicht. Im Schadenfall würdet Ihr als Versicherungsnehmer riskieren, dass Ihr einen Teil der Kosten selbst bezahlen müsst. Für die Versicherungen bedeutet mehr Leistung nämlich, dass das Gefahrenrisiko, das von dem Fahrzeug ausgeht, anders zu beurteilen ist. Mithin wird geprüft, ob es bei der bisherigen Versicherungsprämie bleibt oder Ihr als Versicherungsnehmer tiefer ins Portemonnaie greifen müsst.

 

Wir wünschen allen eine gute Fahrt.
Wenn Ihr noch weitere Fragen habt, wendet Euch sehr gerne an uns.

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