Sichere Reifen für Campingfahrzeuge

Gerade bei Wohnmobilen und Wohnanhängern ist das Alter der Reifen ein entscheidender Faktor für die Sicherheit. Aufgrund dessen, dass Campingfahrzeuge seltener bewegt werden als Alltagsautos, nimmt die Profiltiefe weniger ab. Sie geht sogar immer langsamer zurück, denn Gummi wird mit der Zeit härter und die Straßenoberfläche reibt die Lauffläche dann weniger ab. Doch gleichzeitig lässt der Grip stark nach. Zusammen mit der Versprödung des Gummis stellt das einen deutlichen Verlust an Sicherheit dar.

 

Ich habe hier 5 Tipps für Dich, worauf es ankommt, dass Dein Urlaubsfahrzeuge ’auf seinen Reifen’ sicher am Campingplatz ankommt.

1. Reifenalter

Reifen altern. Dabei verliert das Gummi an der Fähigkeit, sich mit der Straßenoberfläche quasi zu verzahnen. Bremswege werden länger, die Seitenführung schlechter. Ein generelles Verfallsdatum gibt es dennoch nicht. Wann ein Reifen produziert wurde, ist jedoch auf seiner Seitenwand vermerkt. Die DOT-Kennzeichnung (benannt nach dem US-Verkehrsministerium Department of Transports) gibt das Herstellungsdatum in codierter Form an. Sie ist eine vierstellige Zahl, die am Ende einer längeren Buchstaben- und Zahlenreihe hinter der Abkürzung DOT einvulkanisiert ist. Ein Erkennungszeichen ist die leichte, meist ovale Vertiefung, in der der Code steht. Seine ersten beiden Ziffern geben die Woche an, die folgenden das Jahr. 2817 bedeutet somit, dass der Reifen in der 28. Woche 2017 vom Band lief.

2. Altersgrenze

Nur in einem Fall hat der Gesetzgeber das Reifenalter beschränkt. Auf Anhängern, die bis 100 Kilometer pro Stunde fahren, dürfen sie höchstens sechs Jahre alt sein. „Es zählt dabei der DOT-Code und nicht das Kaufdatum. Deshalb solltest Du in diesem Fall darauf achten, dass der Zeitpunkt der Herstellung nicht zu lang zurückliegt. Eine weitere Bedingung für die bei Wohnanhängern sehr beliebte Tempo-100-Freigabe ist, dass die Reifen bis 120 km/h ausgelegt sind. Erkennbar ist das am Geschwindigkeitsindex L oder einem höheren Buchstaben des Alphabets. Bei Produkten renommierter Markenhersteller ist die Anforderung allerdings stets erfüllt.

3. Belastungsgrenze

Campingfahrzeuge müssen in aller Regel viel schleppen. Sie werden oft bis nahe an das zulässige Gesamtgewicht beladen. Dementsprechend müssen die Reifen ausgelegt sein. Die Anforderungen an die Tragfähigkeit liegen oft deutlich höher als bei Exemplaren gleicher Größe für Personenwagen. Zudem sind für Wohnmobile häufig Nutzfahrzeugreifen vorgeschrieben. Auskunft geben Deine Zulassungspapiere. Die Bezeichnung darin endet dann bei neueren Fahrzeugen mit einem C, das für „Commercial“ steht. Manchmal sind auch die älteren Belastbarkeits-Angaben wie 4PR („Ply Rating“) vorhanden. Hier empfehle ich Dir ist eine gründliche Beratung beim qualifizierten Reifenhandel oder bei uns in den Prüfstellen. Selbst wenn Pkw-Reifen erlaubt sind, ist in aller Regel eine Variante mit „Extra Load“ oder XL gefordert. Am unmissverständlichsten ist die Angabe zum Lastindex in der Bezeichnung. Er steht am Ende der Dimensionsangabe. Bei 225/55 R18 102 H beispielsweise ist die 102 die Angabe der Tragfähigkeit. Es handelt sich übrigens nicht um Kilogramm oder Pfund, sondern um einen Index, der in diesem Fall 850 Kilogramm entspricht.

4. Reifenpanne

Aus Platzgründen verfügen Wohnanhänger oft über kein Reserverad. Ein Reparatur-Set ermöglicht bei einer Panne eine baldige Weiterfahrt. Diese auch unter Bezeichnungen wie „Mobility-Kit oder Tire Fit“ erhältlichen Sets bestehen aus einem Kompressor, der mittels eines Dichtmittels den Platten beseitigt. „Mit einem so provisorisch reparierten Reifen darf aber höchstens 80 km/h schnell gefahren werden. Und er sollte danach möglichst bald ausgetauscht werden. Vor der Reise empfiehlt sich zudem ein Blick auf den Behälter des Mittels. Das hat nämlich tatsächlich ein Verfallsdatum. Spätestens nach fünf Jahren sollte eine frische Dose an Bord sein. Das alte bitte umweltgerecht entsorgen, am besten über eine Werkstatt!

5. Luftdruck

Ob mit dem eigenen Kompressor oder an der Tankstelle – genügend Luftdruck ist in jedem Reifen extrem wichtig. Die richtigen Werte findest Du auf einem Schild am Fahrzeug oder in der Betriebsanleitung.

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