Warum Wasserstoffautos nicht den Durchbruch schaffen

 

Auto fahren, ohne sich als Klimasünder fühlen ?
Manch einer sagt, das geht mit einem Elektroauto.
Es gibt aber auch andere Möglichkeiten: WASSERSTOFFAUTOS!
Auto-Fachleute kommen ins Schwärmen, doch die Realität sieht deprimierend aus.

Bei Wasserstoffautos ist man ohne Ausstoß von CO2-Emissionen oder Schadstoffen unterwegs. Bei der gewohnt hohen Reichweite, dauert die Betankungszeit wenige Minuten. Die Brennstoffzelle hat Potenzial und ruft dies in gewissen Bereichen bereits ab. In U-Booten wird sie beispielsweise schon seit Jahrzehnten eingesetzt. Wasserstoff wird in der Reaktion mit Sauerstoff zu Wasserdampf und Strom gewandelt. Ob H2-Autos auf lange Sicht aber für den PKW-Massenmarkt taugen, das wird von Experten stark bezweifelt. Im Vergleich zu konventionellen Elektroautos führen die Wasserstoffautos in Deutschland einen Dornröschenschlaf. Nur 386 Wasserstoffautos sind in Deutschland laut KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) zugelassen. Bei einem Gesamt-Fahrzeugbestand 64,8 Millionen hierzulande ist das ein Anteil von 0,0006 Prozent. Beim Ökokonkurrenten E-Auto sind es 0,2 Prozent. In dem Nischenmarkt sind vor allem Asiaten präsent. Toyota hat weltweit nach eigenen Angaben knapp 10.000 H2-Fahrzeuge verkauft, in Deutschland knapp 200.

UND DEUTSCHE AUTOBAUER?

Daimler stieg schon in den 90er Jahren ein und produzierte ab 2009 für einige Jahren rund 200 B-Klassen-Autos als H2-Version. 2018 brachte Daimler einen Geländewagen als Mischung aus Batterie-Stromer und Brennstoffzelle auf den Markt, in kleiner Stückzahl.
Bei BMW und Audi ist die Brennstoffzelle ebenfalls Thema, sie wird aber nur erprobt – kaufen kann man derzeit kein solches Auto.

WARUM IST DER WASSERSTOFF-ANTEIL IM DEUTSCHEN FAHRZEUGMARKT FAST UNSICHTBAR?

Der Preis für so ein Auto ist zurzeit exorbitant hoch. Ein Wasserstoffauto kostet zwischen 70.000 – 80.000 Euro, auch Leasingverträge sind nicht billig. Immerhin gibt es eine staatliche Förderung. Der Grund für die hohen Preis ist: Die Entwicklung ist teuer und die verkauften Stückzahlen sind gering – erst bei hohen Stückzahlen werden sich die Kosten senken. Zudem hat das Tankstationen-Netz große Löcher.

GERINGER WIRKUNGSGRAD!

Umweltexperten sehen Wasserstoffautos skeptisch. Der Wirkungsgrad ist bei diesen Motoren sehr niedrig. Man braucht Strom um aus Wasser Wasserstoff herzustellen, der in Gastanks gelagert und nach dem Tanken im Auto in Strom gewandelt wird. Bei diesen Schritten verliert man Energie. Nur 25 Prozent der ursprünglichen Energie führt in einem Wasserstoffauto zu Fortbewegung. Bei Elektroautos liegt der Wert bei ca. 70 Prozent.

DENNOCH KÖNNTE DIE BRENNSTOFFZELLE ZUKUNFT HABEN!

Um emissionsfrei unterwegs zu sein, ist die Brennstoffzelle eine wichtige Schlüsseltechnologie. Denn sie hat große Vorteile: Anders als bei klassischen Elektroautos haben Brennstoffzellenautos eine Reichweite von 500 Kilometern. Zudem geht die Betankung viel schneller als das Laden einer Batterie – es dauert nur wenige Minuten. Voraussetzung fürs schnelle Tanken ist aber, dass es genügend H2 Tankstationen gibt. Ungefähr 1.000 Tankstationen sind bundesweit nötig, damit Wasserstoffautos für Verbraucher richtig interessant werden. In Nordrhein-Westfalen wird gerade die 16. Tankstation eröffnet. Damit kann man dann in Deutschland an 71 Wasserstoff-Tankstationen tanken. Bis 2020 sollen es 100 sein.