Wintercamping – Was muss ich beachten?

Liebe Camping Freunde unter unseren AutoErlebniswelt Freunden,

was musst Du beachten, wenn Du Deinen Wohnwagen oder Dein Reisemobil im Winter nutzen möchtest.

Bildquelle: Fotolia/travel3000

Wir haben hier wertvolle Tipps für Dich:

1. Wintergeeignete Fahrzeuge

Niemals ohne Winterreifen in der kalten Jahreszeit in die Alpen. Wenn Du darüber hinaus weißt, dass die Straßen bis zum Campingplatz nicht geräumt sind, solltest Du unbedingt Schneeketten mitnehmen. Darüber hinaus sollte Dein Campingfahrzeug wintertauglich oder winterfest sein. Das bedeutet: Eine Heizung darf an Bord nicht fehlen, genauso wie eine hinreichend gute Isolierung.

2. Gasvorräte

Ohne Gas keinen Spaß! Die meisten Heizungen laufen mit Propangas, das Du in 11-Liter-Flaschen mitführst. Je nach Außentemperatur, Fahrzeuggröße und Heizbedarf reicht so eine Flasche zwei bis fünf Tage im Winterlager. Ist kein Gasfüllstandsanzeiger in der Bordelektronik integriert, solltest Du während des Aufenhaltes Deine Gasvorräte mittels Gaswaage oder Gas-Checker regelmäßig prüfen.

Perfekt ist es, wenn Du eine Duo-Control an Bord hast: So kannst Du gleich zwei Flaschen anschließen und die Duo-Control schaltet dann ganz automatisch von der leeren auf die volle Flasche. Ganz wichtig ist es, korrekt zu heizen und zu lüften! Vor allem Stoßlüften sorgt dafür, dass es nicht dämpfig und feucht wird an Bord, denn wenn es feucht wird beschlagen die Fenster und es bricht eine reinste Klimakatastrophe in Deinem Camper aus.

Feuchtigkeit kannst Du auch verhindern, in dem Du feuchte Kleidung nicht im Wohnraum oder in der Duschkabine Deines Campers aufhängst. Sehr gut ausgestattete Campingplätze verfügen über einen Trockenraum in dem man die feuchten Sachen super aufbewahren kann.

Zu guter letzt solltest Du sichergehen, dass Dein Kaminrohr für die Heizung nicht blockiert ist. Das kannst Du am besten beim täglichen Schneeschippen kontrollieren.

3. Wasser

Wenn Du bei Temperaturen um den Nullpunkt oder niedriger campst, solltest Du Dich vergewissern, dass die Wasserleitungen nicht einfrieren können. Beheizte Wassertanks sorgen dafür, dass es nicht zu Einfrierungen oder gar möglichen Frost-Schäden in der Wasseranlage kommt.

Oftmals ist der Abwassertank nicht beheizbar. Hier kannst Du einen einfachen Trick anwenden: Einfach den Abwassertank direkt ablaufen lassen und das Wasser in einem Eimer sammeln. Soll das Wasser nicht einfrieren, einfach etwas Frostschutzmittel in den Eimer geben. Auch vor dem Abstellen von Deinem Wohnwagen oder Reisemobil im Winter ist es ein guter Trick, einfach etwas Frostschutzmittel in die Waschbecken zu schütten. So kann das Wasser in den Leitungen nicht gefrieren.

Damit der Boiler nicht einfriert, wenn das Fahrzeug länger steht, haben viele Boiler einen Frostschutzwächter. Eine tolle Erfindung, die allerdings auch einen dicken Strich durch die Rechnung machen kann: Hat die Umgebungstemperatur nicht mindestens 4 Grad Plus, öffnet sich das Ventil des Boilers automatisch und das Wasser läuft heraus. Daher: Unbedingt eine Stunde vor dem Wasserbefüllen die Bord-Heizung anschalten!

4. Strom

Wenn möglich, solltest Du im Winter an den Landstrom gehen. In kaltem Zustand bringt Deine Bordbatterie weniger Leistung. Ist die Batterie an einem weniger beheizten Ort im Fahrzeug untergebracht, hält sie nicht so lange wie gewohnt. Außerdem ist der Verbrauch im Winter etwas höher als im Sommer: Es wird früher dunkel, so verbringst Du eventuell mehr Zeit im Fahrzeug, benutzt also mehr Licht oder schaltest häufiger Radio, Fernseher oder den Laptop an. Auch einige Smartphones müssen im Winter häufiger geladen werden.

Um Gas fürs Heizen zu sparen, solltest Du den Kühschrank am besten auch mit externem Strom laufen lassen. Deine Bordbatterie könnte das sonst schnell überfordern. Vor allem, wenn Du einige Tage an einem Platz steht, lohnt sich ein fester Stromanschluss.

5. Vorzelt

Ein Vorzelt alleine aufzubauen kann einige Mühen kosten. Erstens dauert der Aufbau immer länger als geplant und zweitens werden die Finger ganz schön schnell kalt. Gut, wenn Du genügend Zeit dafür einplanst, bevor es Dunkel wird, und Du Dir rechtzeitig Hilfe organisiert hast.

Dennoch bringt ein Vorzelt viele Vorteile: Es dient als Klimaschleuse und wenn es einen Boden hat auch als Schmutzfänger. Außerdem ist das Vorzelt eine tolle Stauraum-Erweiterung, weil Du hier Ski und Stiefel unterbringen kannst. Für Kaltgetränke kann es außerdem als zusätzlicher Kühlschrank genutzt werden.

Wenn Du gerne draußen sitzt, aber nicht eingeschneit oder frieren möchtest, kannst Du das Vorzelt auch als Terrasse nutzen und dem Schneetreiben ganz gemütlich zuschauen. Besonders gemütlich wird’s, wenn Du fürs Vorzelt eine Petroleum-Zusatzheizung dabei hast.

6. Werkzeug

Nicht nur zum Vorzelt-Aufbau ist das richtige Werkzeug Gold wert, sondern auch um Heringe in den Schnee oder Eisschichten zu klopfen und um diese wieder zu entfernen. Bewährt hat sich auch ein Besen oder Handfeger im Eingangsbereich, um den Dreck und Schnee herauszufegen, den Du zwangsläufig mit an Bord bringst. Auch Gold wert ist ein Eiskratzer mit Teleskopstange, denn dieser ist perfekt, um die großen Scheiben von Deinem Wohnmobil oder Campingbus von Schnee und Eis zu befreien.

Auf dem Dach – und beim Vorzelt – solltest Du den Schnee ebenfalls entfernen um nicht eingeschneit zu werden und um unnötige Dachlasten zu vermeiden. Auch hier eignet sich ein Besen mit einer Teleskopstange. Schnee schippen auf der Parzelle, dem Weg oder vor dem Vorzelt kannst Du am besten mit einer kleinen, zusammelklappbaren Schaufel, die Du bei einem Campingfachhandel findest.

7. Thermohauben

Sogenannte Wärmebrücken befinden sich bei aufgebauten Wohnmobilen oft im Bereich des Fahrerhauses. Die Fenster im Bereich Deines Fahrerhauses kannst Du mit Thermohauben, am besten von außen bedecken, was auch gleichzeitig den positiven Nebeneffekt von eisfreien Scheiben hat. Diese Hauben anzubringen, funktioniert sehr einfach und problemlos, sofern Du Dir die richtigen Größen für Dein Campingfahrzeug besorgt hat.

Für den Fußbereich gibt es speziell zugeschnittene Thermomatten. Für Campingbusse bietet sich eine zusätzliche Innenverkleidung der Hecktüre an, durch deren Schlitze es kalt hereinziehen kann.

Aufstelldächer von Caravans und Campingbussen können ebenfalls durch Thermomatten isoliert werden.

8. Der richtige Campingplatz

Schon bei der Auswahl des Campingplatzes kannst Du die richtigen Stellschrauben drehen, um Dein Wintercamping zum gewünschten Urlaubserfolg zu führen. Speziell für Wintercamping ausgerichtete Plätze bieten neben (geschlossenen und beheizten!) Sanitäranlagen auch Trockenräume für die Skiausrüstung und einen Gasflaschen-Tausch an.

Besonders im Winter bewährt es sich, wenn kleine Campingshops auf dem Platz sind, wo Du eventuell noch ein paar Kleinigkeiten nachkaufen kannst, die Du bei Deiner Planung vergessen hast.

9. Kuschliges Zubehör

Kuschelig warm sitzt Du in Deinem Vorzelt wenn Du Dir ein Sitzkissen, Schaffell oder eine Kuscheldecke für die Campingstühle mitnimmst. Ebenfalls empfehlenswert sind Thermoflaschen, Wärmflaschen und Handwärmer.

Und hier noch ein besonders wertvoller Extra-Tipp: Rangieren auf Eis

Ein Gespann oder ein großes Wohnmobil im Schnee zu rangieren oder zu fahren ist kein Kinderspiel.

– Wenn es rutschig wird, Deinen Caravan besser abkoppeln und schieben oder mit dem Mover an den Platz rangieren.

– Auf das richtige Beladen achten. Gerade bei glatten Straßen oder an Anhängen wirkt sich eine schlechte Gewichtsverteilung dramatisch aus.

– Bei rutschigen Anhöhen Gas geben. Das Schlupf-Maximum liegt bei Winterreifen bei 30 Prozent (Sommerreifen: 5%)!
Das heißt: Den besten Vortrieb auf Schnee hast Du, wenn Deine Antriebsräder 30 Prozent schneller drehen als es der tatsächlichen Geschwindigkeit entspricht.

– Vor der Reise Abschleppmöglichkeiten, Starthilfe und Schneeketten testen und sich gut informieren, wie es geht. Im Ernstfall ist alles doppelt aufregend und es klappt nicht immer beim ersten Mal.